• Carola Berthold

Teamwork makes the Dream work

Aktualisiert: Aug 28

Teamarbeit und Teamfähigkeit haben schon lange einen sehr großen Stellenwert, sind aber anscheinend immer noch nicht zur Selbstverständlichkeit geworden. In Jobinseraten werden Anforderungen wie Teamfähigkeit, Teamgeist, teamorientiertes Wesen nach wie vor explizit erwähnt und Kandidaten beteuern in ihren Bewerbungsgesprächen, dass sie teamfähig sind und gerne in Teams arbeiten. Doch wird Teamarbeit in der Praxis wirklich uneingeschränkt gelebt und auch gewollt?

Das Bezeichnende an einem Team ist das gemeinsame übergeordnete Ziel und idealerweise haben Teams eine innere Struktur, sie setzen sich gezielt aus unterschiedlichen Personen zusammen, die unterschiedliche Qualifikationen mitbringen, um unterschiedliche Aufgaben übernehmen zu können. Zweifellos liegt der Idealfall nicht immer vor, oft werden Teams spontan und zufällig für kleinere Aufgaben oder aber auch für größere Projekte „zusammengewürfelt“. Im Fall der Zusammenstellung einer Abteilung sollte die Führungskraft aber jedenfalls darauf achten ihre Mitarbeitenden so auszuwählen, dass sie die Chance haben zu einem Team zusammenzuwachsen.

Ein gut funktionierendes und eingespieltes Team erbringt in einem kürzeren Zeitraum wesentlich mehr Leistung.


Die Einbringung und Sammlung von Ideen aller Teammitglieder streut immer wieder neue Samen und es ergibt sich eine Dynamik, die unerwartete Ergebnisse auf den Tisch bringt, die eine Einzelperson niemals erreicht hätte.

Vollkommen korrekt! Dennoch denke ich ist zu unterscheiden, ob ein Team für ein gemeinsames Projekt zusammengestellt wird oder ob eine Abteilung aufgebaut wird, die als Team zusammenarbeiten soll. Bei einem Projektteam sind die Rollen und Hierarchien meist festgelegt und über den gesamten Zeitraum des Projektes stabil, während in einer Abteilung Rollen und Hierarchien veränderbar sind. Menschen entwickeln sich im Laufe ihres Lebens weiter und Interessen können sich stark verändern. Für die Führungskraft ist es wichtig, dass sie stets realisiert welche Veränderungen bei ihren Mitarbeitenden und im Team stattfinden und ist gefordert das Team (hoffentlich) immer wieder neu zu formen. Veränderungen sind wichtig, um Bewegung und damit Fortschritt zu erhalten, denn das Ziel einer Abteilung ist es gemeinsam mit ihrer Führungskraft im Team zum Erfolg des Unternehmens beizutragen.

Selbstverständlich haben unterschiedliche Menschentypen unterschiedliche Erwartungen und Interessen. So stark die Motivation und die Dynamik bei Teamarbeit auch sein kann, es wird Zeiten geben, wo die Gruppendynamik und die Euphorie nicht (mehr) auf alle gleich überschwappt und sich manche nicht mehr mit dem Team in der gegenwärtigen Konstellation identifizieren können. Vor allem in Abteilungen wird es passieren, dass Teammitglieder sich entwickeln und mit der Zeit vermehrtes Interesse am eigenen Vorwärtskommen auf der Karriereleiter haben. Es stehen dann die eigenen Vorteile im Fokus und nicht das Team und das übergeordnete Ziel. Für die Führungskraft ist es unerlässlich dies sofort zu erkennen, um den entsprechenden Mitarbeitenden neu auszurichten. Hat der Mitarbeitende das Gefühl, dass sein Wunsch nach Weiterentwicklung durch das Team gebremst wird, wird dies schnell die gesamte Harmonie des Teams zerstören. Die Führungskraft ist gefordert umgehend auf den Entwicklungswunsch des Mitarbeitenden zu reagieren und mögliche Optionen abzuklären, ansonsten sich der Mitarbeitende anders orientieren wird und das Unternehmen einen motivierten und aufstrebenden Mitarbeitenden verliert. Der Wunsch nach Weiterentwicklung und einer damit verbundenen möglichen Abgrenzung sollte nicht als Teamunfähigkeit gesehen werden, sondern als gesunder Egoismus und als Streben nach Wachstum. Letztendlich ist es wichtig Mitarbeitende im Team und Unternehmen zu haben, die ein starkes Verlangen nach Weiterentwicklung und ihren eigenen Kopf mit ihren eigenen Vorstellungen haben. Man muss ihnen nur lernen es „teamfähig“ einzusetzen. Es ist Aufgabe der Führungskraft Rohlinge zu erkennen und ihnen den entsprechenden Schliff zu geben, wie sonst kann ein Weiterkommen des Unternehmens und eine Besetzung des Nachwuchs aus den eigenen Reihen gewährleistet werden.

Fakt ist jedenfalls, sowohl bei Projektteams als auch bei Abteilungen kann mit guter Planung für jedes Teammitglied die passende Aufgabe gefunden werden und sich somit jeder sinnvoll in die Teamarbeit einbringen. Bei der Arbeit im Team ist soziale Kompetenz stark gefordert, je länger die Zusammenarbeit dauert umso stärker treten die Persönlichkeit und Charakterzüge jedes Einzelnen hervor, es zeigt sich die soziale Kompetenz sowie die Fähigkeit sein eigenes Ego zu beherrschen. Wer sich also auf Teamarbeit einlässt wird viel lernen, je mehr man sich mit den anderen Teammitgliedern und deren Ideen auseinandersetzt, desto größer ist auch die eigene Entwicklung.

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