• Carola Berthold

Grenzen von Coaching – Abgrenzung zu anderen Interventionen

Aktualisiert: Juli 8


Coaching ist im beruflichen Kontext angesiedelt, gesundheitliche Probleme sind keinesfalls Gegenstand eines Coachings und dürfen es rechtlich auch nicht sein. Coaching ist keine Therapie. Coaching ist eine Form der Beratung und Unterstützung bei der Lösung von beruflichen Themen. Die Grenzen von Coaching und die Abgrenzung zu anderen Interventionen sind oft schwierig und fließend. Eine der wichtigsten Abgrenzungen ist sicherlich jene zur Psychotherapie.


Coaching ist von Psychotherapie deutlich abzugrenzen. Coaching geht davon aus, dass der Coachee autonom handeln kann, er verfügt über die Fähigkeit, Probleme selbst zu lösen. Coaching bedeutet andere Menschen zu unterstützen die Situation aus einer anderen Perspektive zu sehen und selbst Lösungen zu finden. Coaching geht somit vom Wert der Autonomie aus, Coaching darf dem Coachee nicht die Entscheidung abnehmen. Es gibt lediglich die Unterstützung bei der Lösung von Problemen, ohne dem Coachee die Entscheidung abzunehmen. Es ist ein Prozess, der unterstützt Probleme zu lösen und Lösungen zu finden, eine Hilfestellung beim Bewusstmachen von Ressourcen, Ausbau von Stärken und der Stabilisierung des Erreichten.


Neben der klassischen Abgrenzung zur Psychotherapie sind noch weitere Abgrenzungen zu den Begriffen Beratung, Training, Mentoring und Supervision zu machen:


Die klassische Form der Beratung ist die Fachberatung. Die Beratung befasst sich mit rein fachlichen Fragen von Kunden und ist sachorientiert. Der Berater ist der Fachexperte, nimmt seinem Kunden die Verantwortung ab und löst das Problem für ihn. Die Rollen Berater und Coach sind in ihrem Grundgedanken vollkommen verschieden. Beide stellen Fragen doch aus unterschiedlichem Grund und mit unterschiedlicher Absicht. Der Berater benötigt Information von seinem Kunden um ihm eine geeignete Lösung anzubieten. Der Coach stellt Fragen um bei seinem Coachee einen Denkprozess anzuregen.


Training ist Wissensvermittlung. Der Schwerpunkt eines Trainings liegt auf der Vermittlung von Methoden und Techniken, um die fachliche Kompetenz zu erweitern, die für die Bearbeitung von bestimmten Agenden erforderlich ist. Ein Trainer erstellt ein Trainingsprogramm, organisiert und kontrolliert die Prozesse und sorgt für den Lerntransfer. Er vermittelt Wissen oder Fähigkeiten, die meist neue Informationen sind, in einer kurzen Zeitperiode und gibt die optimale Lösung vor. Coaching im Gegensatz ist ein fortlaufender Prozess zwischen einem Coachee und dem Coach. Der Coach vermittelt kein Wissen, sondern motiviert den Coachee seine Kenntnisse und Denkansätze zu verbessern. Der Coach überstützt dabei die bereits vorhandenen Fähigkeiten einzusetzen, um selbst neue Wege zu erkennen.


Mentoring ist eine innerbetriebliche Form der Mitarbeiterbetreuung, die neuen Mitarbeitenden hilft sich im Unternehmen schneller zurecht zu finden und Stabilität zu erlangen. Der Mentor vermittelt sein Fach- und Erfahrungswissen an den Mentee, hilft ihm bei der Entwicklung seiner Fähigkeiten und berät ihn bei der Karriereplanung. Mentoring ist als lang andauernde Betreuung ohne festgesetztes Ende gedacht. Im Gegensatz zu Coaching, das nicht als Langzeitbegleitung, sondern als Begleitung auf kurze Zeit angedacht ist.


Die Arbeitsformen des Coachings und der Supervision weisen zahlreiche Ähnlichkeiten auf, dennoch steht bei der Supervision die Förderung der Person im Vordergrund und reduziert sich auf den Aufbau sozialer Kompetenz der Klienten. Supervision kann im Zuge von Change-Prozessen, bei gewünschten Haltungsänderungen oder z.B. bei Teamreflexionen eingesetzt werden.



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