• Carola Berthold

(systemisches) Coaching


Coaching ist eine besondere Gesprächsform, die von den Grundsätzen: Kooperieren, Reflektieren, Respektieren und Öffentlich machen geleitet ist. Sie ist sowohl eine Prozess- als auch Expertenberatung und folgt einer bestimmten Gesprächsstruktur, die sich bestimmter Methoden bedient. Im Coaching treffen, je nach Aufstellung, mindestens zwei Experten aufeinander. Der Coach ist Experte für den lösungsorientierten Umgang mit Anliegen und der Coachee, der Kunde, ist Experte für sich und seinen spezifischen Kontext. Der Kunde ist der Kundige, er wird als intransparent, nicht instruierbar, kompetent und kundig angenommen.


Der Begriff Coaching kommt ursprünglich vom englischen Wort Coach, in der deutschen Übersetzung Kutscher, gemeint der Pferdekutscher. Der Kutscher hat nicht die Aufgabe den Wagen selbst zu lenken, sondern die Aufgabe die Pferde zu lenken um den Wagen schnell und sicher ans Ziel zu bringen. Umgelegt auf die heutige Bedeutung des Wortes Coaching bedeutet es, dass es die Aufgabe des Coachs ist, seinen Coachee darin zu unterstützen schnell und sicher sein Ziel zu erreichen. Es ist die Aufgabe des Coachs seinen Coachee darin zu unterstützen eine Situation klarer oder aus einer anderen Perspektive zu sehen und selbst Lösungen für seine Situation zu finden.


Im Coachingprozess soll lösungsorientiert und nicht problemorientiert gearbeitet werden. Oft neigt der Coachee dazu seinem Anliegen einen negativen Schatten über zu stülpen. Die Aufgabe des Coachs ist es, den Coachee in ein lösungsorientiertes Denken über zu leiten.


Coach und Klient bestimmen gemeinsam Inhalt und Ablauf des Coachings aber der Klient behält die alleinige Verantwortung für sein Handeln. Der Coach ist qualifizierter Prozessberater. Er verfügt über Methodenvielfalt, ist neutral und Zuhörer und Gesprächspartner seines Kunden in einem reflektierenden Verfahren.


Als Coach arbeite ich mit Ihnen nach einem systemisch-konstruktivistischem Coachingmodell. Dies bedeutet, dass unser Gespräch nicht nur den oben genannten Leitlinien Kooperieren, Reflektieren, Respektieren und Öffentlich machen unterliegt sondern auch Ihr gesamtes soziales Umfeld sowie Ihre eigene Wahrnehmung in unserem Gespräch sowie Ihren künftigen Handlungsoptionen Berücksichtigung findet.


Systemisches Coaching richtet den Blick nicht nur auf den Coachee, die Person, sondern auf das gesamte soziale System rund um den Coachee. Auf die Personen um den Coachee, auf eventuell vorhandene soziale Regeln, die auf die Situation einwirken und fragt inwieweit das Problem des Coachee vom sozialen System beeinflusst ist. Existieren immer wiederkehrende Verhaltensmuster und wie wird das System selbst von der Umwelt beeinflusst. Der Blick auf das gesamte System um den Coachee eröffnet nicht nur neue Sichtweisen, betreffend der Herkunft des Problems, sondern ermöglicht auch neue Handlungsalternativen bei der Lösung.


Der Konstruktivismus beschäftigt sich mit der Frage, wie der Mensch zu seinen Erkenntnissen bzw. zu seinem Wissen kommt und hegt Zweifel daran, dass Wissen und Wirklichkeit ident sind. Der Konstruktivismus meint, dass Wissen nicht das Ergebnis einer objektiv vorliegenden Wirklichkeit ist, sondern das Ergebnis des Erfindens einer Wirklichkeit durch jeweils individuelle Wahrnehmungen. Wahr ist, was wahrgenommen wird, frei nach Talmud: „wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, sondern wir sehen sie, wie wir sind“ Unsere Erfahrungen die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben, prägen unser Denken, unsere Vorstellungen, unsere Meinung und unser Verhalten und dieses stülpen wir sehr oft auf unsere Mitmenschen über. Wir sind oft schockiert und empört von anderen Meinungen und Ansätzen, doch jeder Mensch ist individuell und hat seine eigenen ganz persönlichen Prägungen und somit Vorstellungen von seinem Leben und Zusammenleben.



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