• Carola Berthold

Führung versus Management

Geht es um die Leitung von Abteilungen und Mitarbeitenden werden die Begriffe „Führung“ und „Management“ oft noch gleichgesetzt. Doch der wesentlichste Unterschied zwischen Führung und Management ist der bei der Führung ausschließliche Fokus auf den Menschen. Management hingegen fokussiert sich darauf, definierte Unternehmensziele bestmöglich zu erreichen, Arbeitsabläufe effizient zu organisieren und Entscheidungen rational zu treffen.

In der Literatur existieren viele Definitionen zum Begriff „Führung“, gleich ist ihnen allen:


„die bewusst gesetzte und akzeptierte Beeinflussung und Lenkung von Personen und deren Verhalten zur gemeinsamen Zielerreichung.“

Führung ist somit die Arbeit direkt am und beim Mitarbeitenden. Doch oft sind die Erwartungen, die an eine Führungskraft, primär in einer „Sandwichposition“, von höheren Ebenen gestellt werden, mehr Führungsaufgaben im Sinne von Managen als im Verständnis von Führen. In großen Konzernen wiederum sind Führungskräfte schon längst gefordert eher wie Unternehmer als wie traditionelle Manager zu agieren. Sie müssen strategische Gelegenheiten erkennen und voneinander abhängige Aktivitäten an meist Dutzenden von Standorten rund um den Globus koordinieren.

Soll eine Führungskraft nun führen oder managen?

Naja, im besten Fall beides, dennoch es gibt sicherlich viele Leader, die gute Manager sind und auch umgekehrt, aber im Regelfall wird eine der beiden Eigenschaften stärker ausgeprägt sein. Und das ist auch gut so, denn ein Leader hat mit seiner Führungsarbeit im Normalfall einen Fulltime-Job. Die Effektivität einer Führungskraft vergrößert sich mit der Fähigkeit für unterschiedliche Situationen, Aufgaben und Mitarbeitende den passenden Führungsstil anzuwenden. Es geht um die Frage welches Verhalten führt in welcher Situation zu Erfolg bzw. zu Misserfolg, denn das gleiche Verhalten führt im Allgemeinen nicht in allen Situationen zum selben Ergebnis.

Die neue Arbeitswelt verlangt auch ein neues Führungsverhalten. Autoritäre Führungsstile und Entscheidungen im Alleingang der Führungskraft sind kontraproduktiv und nicht mehr zeitgemäß. Die moderne Führungspsychologie hat erkannt, dass menschliche Entscheidungen und Handlungen nicht rein rational, sondern überwiegend emotional und unbewusst getroffen werden. Unter diesen Prämissen soll die Führung nicht nur auf Argumente und Rationalität setzen, sondern Mitarbeitende emotional und unbewusst leiten. Das Entscheidende ist die Art und Weise sowie die Richtung der Kommunikation.

Jede Handlung der Führungskraft hat eine Auswirkung und muss daher wohl überlegt sein.

Als Führungskraft wirkt man auf Menschen ein, dies ist eine enorme Verantwortung und es ist wichtig sich dessen bewusst zu sein. Eine gute Führungskraft zeichnet sich durch wertorientierte Führung aus und führt situativ, stets bestmöglich der Situation angepasst und auch fähig andere Perspektiven und Rollen einzunehmen. Neben der Funktion als Manager und Leader ist die Rolle des Coachs oft eine Wichtige. Als Coach nimmt eine Führungskraft eine beratende und begleitende Rolle ein, der Fokus liegt auf dem Prozess und nicht auf dem Ergebnis. Sie unterstützt die Mitarbeitenden dabei das eigene Potenzial zu erkennen, zu entwickeln und selbstständig Lösungen zu finden. In der Königsklasse der Mitarbeiterführung steuert die Führungskraft ihr Team, sie überblickt ihren gesamten Bereich aus der Metaebene und greift ein und korrigiert wo nötig. Dies setzt jedoch eine starke stabile Persönlichkeit als Führungskraft sowie ein gut eingesetztes Team voraus.


Fakt ist jedenfalls: die Kernkompetenzen und das Kern-Mindset einer Führungskraft ist gleichgeblieben. Auch in der heutigen Arbeitswelt benötigt die Führungskraft eine exzellente Team- und Kommunikations-Kompetenz und immer noch ausreichend Fachkompetenz zur Bewältigung alltäglicher Managementaufgaben. Und nach wie vor sind Auftreten und Verhalten der Führungskraft relevante Komponenten der Führungsrolle, die Führungskraft muss stets glaubwürdig, authentisch und vorbildlich auftreten und sich fair, ehrlich und respektvoll gegenüber allen Personen verhalten – einfach eine aufgeschlossene, empathische und kommunikative Persönlichkeit, die sowohl vor als auch hinter ihrem Team steht und ihr Team so zusammenstellt um gemeinsam bestmöglich zum Unternehmenserfolg beizutragen.


1 Ansicht